Springen Sie direkt zu

Pfadnavigation

Inhalt

Zahlen und Fakten zum Wald in Deutschland

Deutschland ist mit 226 Einwohner/km² eines der am dichtesten besiedelten Länder Europas. Dennoch ist rund ein Drittel unseres Landes (11,4 Millionen Hektar) mit Wald bedeckt. Damit ist Deutschland eines der waldreichsten Länder in der Europäischen Union.

Deutsche Waldgebiete

Regional schwankt der Bewaldungsanteil sehr stark, zum Beispiel zwischen 3,3 Prozent im Landkreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) und 63 Prozent im Landkreis Regen (Bayern). 

In den letzten zehn Jahren blieb die Waldfläche in Deutschland konstant. Mit 76 Prozent - fünf Prozent mehr als noch 2002 - wurde wieder ein beachtlicher Laub- und Mischwaldanteil erreicht. Auch stieg der Anteil der über 80-jährigen Bestände auf ein Drittel der Waldfläche an. Die Holzvorräte in Deutschland liegen aktuell bei 336 Kubikmetern je Hektar; das entspricht circa 3,7 Milliarden Kubikmetern Gesamtvorrat.  

Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit einen führenden Platz. Dies alles ist das Ergebnis der Bemühungen, nach den großen Waldverwüstungen des 19. Jahrhunderts und den Kahlschlägen infolge der beiden Weltkriege wieder ertragreiche und ökologisch wertvolle Wälder aufzubauen. Heute sind 70 Prozent der deutschen Waldfläche freiwillig gemäß Nachhaltigkeitskriterien privater und unabhängig kontrollierter Zertifizierungssysteme (FSC/PEFC) zertifiziert. 

Die häufigsten Bäume im deutschen Wald sind die Fichte mit 25 Prozent (jeweils der Waldfläche), die Kiefer mit 22 Prozent und die Buche mit 15 Prozent. Es folgen die Eiche mit 10 Prozent, die Birke mit circa 4,5 Prozent und die Lärche mit noch circa 2,8 Prozent Anteil an der Waldfläche. 

Der Wald in Deutschland besteht insgesamt aus über 90 Milliarden Bäumen, davon rund 7,6 Milliarden Bäume ab sieben Zentimeter Brusthöhendurchmesser. Jeder einzelne davon ist ein einzigartiges Wunderwerk der Natur. Der Baum produziert seine Biomasse, wie alle grünen Pflanzen, aus Kohlendioxid (CO2), Wasser und Sonnenenergie. Tagsüber nehmen die Blätter das Kohlendioxid aus der Luft auf und erzeugen daraus mit Hilfe des Chlorophylls Traubenzucker, der als Energiequelle und Baustoff für weitere chemische Prozesse benötigt wird. Durch die Verkettung der Zuckermoleküle entsteht beispielsweise Zellulose, der Hauptbestandteil von Holz. Als Abfallprodukt wird dabei noch Sauerstoff (O2) freigesetzt. 

Ein 100-jähriger Eichenwald, bei dem ein Baum circa 130.000 Blätter als biologische Solarzellen hat, filtert jährlich circa 11.000 Kilogramm Kohlendioxid pro Hektar aus der Luft. Solch ein Wald bindet jährlich rund 3.000 Kilogramm Kohlenstoff pro Hektar zu organischen Substanzen wie Holz, Blättern und Rinde. Durch diesen Vorgang (die Photosynthese) werden bis zu 8.000 Kilogramm Sauerstoff freigesetzt; dies entspricht dem Jahresbedarf von 17 Menschen.  

Gleichzeitig arbeitet der Baum wie eine Klimaanlage. Die Wurzeln der Eiche saugen jährlich etwa 40.000 Liter Wasser aus dem Boden, das über die Blätter wieder verdunstet. Die dabei entstehende Verdunstungskälte sorgt dafür, dass es im Wald selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl ist. Durch den Niederschlag erhält der Boden das Wasser im Kreislaufsystem wieder zurück. Zudem filtern die Blätter im Jahr etwa eine Tonne Staub und Verunreinigungen aus der Luft.