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Die Fichte (Picea abies)

Ihr offizieller botanischer Name lautet „Gemeine Fichte“ (Picea abies), wegen ihrer rotbraunen Rinde wird sie aber auch Rotfichte genannt.

Sie erreicht ein Lebensalter von bis zu 300 Jahren und Wuchshöhen bis zu 50 Meter. Neben der Weißtanne ist die Fichte damit der höchste in Europa heimische Baum. Ihre Baumkrone ist kegelförmig und läuft nach oben spitz zu. Auf gut durchlüfteten Böden bildet die Fichte ein tief reichendes, reich verzweigtes Wurzelsystem aus. Auf ungünstigen Standorten (zum Beispiel wechselfeuchte Böden) wurzelt sie aber nur 20 bis 30 Zentimeter tief und entwickelt eine so genannte Tellerwurzel. Dieses Wurzelsystem gibt dem Baum nur wenig Halt, so dass die Fichte auf solchen Standorten durch Windwurf gefährdet ist.

"Brotbaum" der deutschen Forstwirtschaft, so wird die Fichte auch genannt: Sie wächst vergleichsweise schnell, ist in den deutschen Wäldern auf etwa einem Viertel der Waldfläche vertreten und verfügt über vorzügliche Holzeigenschaften.

Dass die Fichte heute in Deutschland die häufigste Baumart ist, verdankt sie nicht allein den genannten Eigenschaften, sondern auch ihrer Fähigkeit, auf einer Freifläche anzuwachsen. Denn auf einer Freifläche herrschen besondere klimatische Bedingungen: Dort sind kleine Bäume dem Einfluss von Sonne, Wind und Frost ungeschützt ausgesetzt und müssen sich gleichzeitig gegen eine rasch wachsende Konkurrenzvegetation wie Gräsern, Adlerfarn oder Brombeeren durchsetzen.

Unter solchen Startbedingungen können sich nur wenige Baumarten erfolgreich etablieren. Doch es gibt auch einige Baumarten, die sich darauf spezialisiert haben und diese ökologische Nische besetzen können, sie werden als Pionierbaumarten bezeichnet. Dazu müssen sie vor allem ein rasches Jugendwachstum haben und unempfindlich gegen Klimaextreme sein. So gering die Ansprüche der Pionierbaumarten an Klima und Nährstoffe sind, so hoch ist gleichzeitig aber ihr Bedürfnis nach Sonne und Licht: Im Schatten anderer Bäume verkümmern sie. Beispiele für typische Pionierbaumarten in unseren Breiten sind Birke, Eberesche, Salweide und Kiefer. Die Fichte zählt nicht dazu, obwohl sie über viele für Pionierbaumarten charakteristische Eigenschaften verfügt. Von den Pionierbaumarten unterscheidet sich die Fichte insbesondere durch ihre vergleichsweise hohe Schattentoleranz. Auch wenn die Fichte sich hierbei mit Tanne und Buche nicht messen kann: Den echten Pionierbaumarten ist sie darin haushoch überlegen.

Mit der Fichte gelingt eine Wiederaufforstung daher oft wesentlich leichter als mit Buche, Eiche oder Tanne. Frühe Förstergenerationen waren auf die Fichte angewiesen, um nach der großen Rodungsperiode und der Waldzerstörung durch Kohlenbrenner, Glashütten und Schweinemast großflächig devastierte Wälder, um kriegszerstörte und durch Reparationshiebe verwüstete Landschaften wieder aufzuforsten.

Fichtenzweig

"Konifere", so lautet der botanische Fachbegriff für Nadelbäume, das bedeutet Zapfenträger. Nadeln und Zapfen sind typische Merkmale dieser Bäume.

Die Nadeln sind die Blattorgane und Kraftwerke des Baumes, in ihnen erfolgt die Photosynthese. Die Nadeln sind eine Anpassung an frostige Lebensräume wie die borealen Breiten und die Hochlagen von Gebirgen. Zum Schutz gegen ein Erfrieren der Nadeln und ein Vertrocknen der Bäume verfügen die Nadeln über einen dicken Wachsüberzug, eine sehr feste Haut und versenkte Spaltöffnungen. Im Ergebnis verlieren Nadelbäume nur sehr wenig Wasser über die Nadeln. So können sie auch Klimazonen besiedeln, in denen die Vegetationszeit sehr kurz ist oder die für Laubbäume zu kalt sind. Die Nadeln der Nadelbäume können – je nach Baumart – mehrere Jahre alt werden, bei einer Fichte meist vier bis sieben Jahre.

 

 

Wie wird der Wald in Deutschland geschützt?

Das Bundeswaldgesetz ist das wichtigste Gesetz zum Schutz unseres Waldes.

Zusammen mit den Waldgesetzen der Länder schützt das Bundeswaldgesetz den Wald insbesondere vor Rodung und willkürlicher Inanspruchnahme für andere Landnutzungszwecke. Die Waldgesetze schützen den Wald aber nicht nur vor einer Umwandlung, sondern auch vor unsachgerechter Behandlung. Außerdem sind die Waldbesitzer gesetzlich verpflichtet, kahle Waldflächen wieder aufzuforsten.

So gewährleisten die Waldgesetze des Bundes und der Länder einen wirkungsvollen Schutz: Obwohl Deutschland eines der am dichtesten besiedelten Länder Europas ist, ist seine Waldfläche in den letzten vierzig Jahren um rund eine Million Hektar auf heute insgesamt elf Millionen Hektar gewachsen.

Der Wald hat für viele Menschen in Deutschland eine ganz besondere Bedeutung. Er erbringt viele wichtige Leistungen für das Gemeinwohl und erfüllt vielfältige Aufgaben: Für den Klimaschutz, als Rohstofflieferant, als Lebensraum für Flora und Fauna sowie als Ort für Naturerleben und Erholung. Ziel der Forstpolitik in Deutschland ist es daher, diese vielfältigen Funktionen und Leistungen des Waldes sowie seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern. Diese Zielsetzung hat der Gesetzgeber bereits 1975 im Bundeswaldgesetz formuliert und mit zwei weiteren forstpolitischen Zielen verknüpft: der Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und dem Ausgleich zwischen den Interessen der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer.

Der im Bundeswaldgesetz enthaltene Auftrag zur Förderung der Forstwirtschaft und zum Interessenausgleich beruht darauf, dass der Wald und seine nachhaltige Bewirtschaftung einer Vielzahl gesellschaftlich wichtiger Leistungen und Waldfunktionen dienen. Dies gilt ausdrücklich auch für die Holzproduktion: Das in Deutschland nachhaltig erzeugte Holz sichert Arbeit und Wertschöpfung, insbesondere in den ländlichen Räumen. Es deckt einen großen Teil des Holzbedarfs unserer Gesellschaft. So verringert es den Druck auf Wälder in anderen Teilen der Welt, denn nicht überall wird der Wald nachhaltig genutzt.

So leistet das Bundeswaldgesetz einen zentralen Beitrag zur Erhaltung der Wälder und einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft. An veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen wurde es mehrfach angepasst, zuletzt 2010

Fichtenzapfen, Zapfenschuppe und Samen

Die Zapfen sind die Samenanlagen der Bäume. Sie entwickeln sich aus den weiblichen Blüten. In den Zapfen wachsen und reifen die Baumsamen.

Die Fichte ist wie fast alle Koniferen einhäusig. Das bedeutet, auf einem Baum sind männliche und weibliche Blüten gleichzeitig zu finden. Die männlichen Blüten produzieren Pollenkörner, mit denen die weiblichen Blüten bestäubt werden. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind. Die Pollenkörner sind sehr klein und leicht, daher werden sie als „Blütenstaub“ bezeichnet. Manchmal erzeugen die Fichten so viel Blütenstaub, dass er im April und Mai wie Staubwolken durch die Luft geweht wird und den Waldboden und die ganze Umgebung mit einer gelben Schicht aus Blütenstaub bedecken ("Schwefelregen"). 

Ein typisches Erkennungsmerkmal der Fichte: Ihre Zapfen hängen herab. Sie bestehen aus einer Zapfenspindel,  um die herum spiralig die Zapfenschuppen sitzen. Zwischen den Zapfenschuppen entwickeln sich die Samen, sie sind im Oktober ausgereift. Die reifen Zapfen verfügen über einen raffinierten, durch die Luftfeuchtigkeit gesteuerten Mechanismus: Sie öffnen sich bei Trockenheit, also guten Flugbedingungen für die Samen, bei Regen und hoher Luftfeuchte hingegen schließen sie sich.

Die Samen sind geflügelt und sehr leicht. 1.000 Körner wiegen nur etwa acht Gramm. So kann der Wind die Samen leicht erfassen und weit verbreiten. Am Boden bleiben die Samen drei bis fünf Jahre keimfähig.

Fichtenholz

Die Fichte liefert ein sehr vielseitig einsetzbares Holz mit hervorragenden Festigkeits- und Elastizitätseigenschaf- ten. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und problemlos sägen, fräsen, hobeln, schleifen, verkleben und streichen.

Diese Eigenschaften – zusammen mit seinem geraden Wuchs – machen das Fichtenholz zu "dem" Bauholz schlechthin. Ob Balken, Bohle, Brett, Kantholz, Latte, als Rahmen für Türen und Fenster, als Wandverkleidung, Balkonbrüstung, Jägerzaun oder Spanplatte: In fast jedem Gebäude in Deutschland ist Fichtenholz verbaut. Auch Spielzeug, Möbel und Verpackungsmaterialien wie Holzkisten und Holzwolle werden aus Fichtenholz hergestellt. 

Besonders hochwertig ist Fichtenholz, wenn es astrein ist und enge, gleichmäßig gewachsene Jahrringe aufweist. Solches Holz ist für den Bau von Musikinstrumenten – vor allem für Geigenböden und akustische Gitarren – sehr begehrt und nur an bestimmten Waldstandorten, etwa in Gebirgshochlagen, zu finden. Darüber hinaus ist Fichtenholz ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Zellstoff und Papier. Insgesamt ist Fichtenholz für vielfältigste Verwendungen ein gefragter Werkstoff. 

Moderne Technologien helfen dabei, das Holz bestmöglich und effizient zu verwerten: Die Holzverarbeitung hat in den letzten Jahrzehnten einen technologischen Quantensprung gemacht. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Computerisierung, mit deren Hilfe das Holz im Sägewerk vollautomatisch erfasst, vermessen und je nach Kundenwünschen eingeschnitten und bearbeitet wird. Den Sägewerken stehen zudem neue Holzbearbeitungs- maschinen zur Verfügung, die atemberaubend präzise und schnell arbeiten. Moderne Profilzerspaneranlagen zum Beispiel erreichen Vorschubgeschwindigkeiten von 150 bis 170 Metern pro Minute. 

Innovative Fertigungstechnologien und Produkte sind hinzugekommen und werden ständig weiter entwickelt. Leistungsfähige Verklebungen ermöglichen die Herstellung von mehrlagig verleimtem Schichtholz in nahezu jeder beliebigen Form und Dimension. So hergestellte Brettschichtholzbinder tragen die Dächer vieler Groß- gebäude und werden für zahlreiche Sonderkonstruktionen eingesetzt (wie Hallen-, Turm- und Brückenbau). Stabverleimte Hölzer sind im Küchen- und Möbelbau weit verbreitet. Selbst Herstellungsreste wie Rinde, Späne und Sägemehl finden noch Verwendung in Holzwerkstoffen wie Spanplatten oder in der innerbetrieblichen Energieerzeugung. 

Interessant: Fichtenholz spielt auch kulinarisch eine Rolle: Original Schwarzwälder Schinken wird hauptsächlich über Fichten- und Tannenholzspänen geräuchert. Beim Räuchern entstehen so genannte Raucharomen, die das Fleisch besonders schonend veredeln und zugleich haltbar machen. 

Fichtenholz wird schon seit langem geschätzt: Bereits vor 400.000 Jahren verwendeten urzeitliche Jäger aus Fichtenholz hergestellte Wurfspeere als Jagdwaffen. Auch verschiedene Inhaltsstoffe der Fichte wurden genutzt. So enthält die Fichtenrinde Gerbstoffe, die früher zur Herstellung von Leder eingesetzt wurden. Das Fichtenharz wurde für verschiedenste Zwecke gesammelt, zum Beispiel für die Abdichtung von Schiffen, Behältern und Gefäßen, als Klebstoff, als Schmiermittel sowie zur Herstellung von Brandpfeilen.

Wer den Wald schützt, kann dauerhaft von seinen Produkten leben!

Schutz durch Nutzung: So lässt sich das Prinzip der forstlichen Nachhaltigkeit auch beschreiben.

Der Verkauf von Holz erhält den Wald, denn dadurch entsteht ein wirtschaftlich messbarer Wert. Den Wert des Waldes zu erhalten und zu steigern, ist ein Anreiz für viele Waldbesitzer. Der Holzverkauf ist die wirtschaftliche Existenzgrundlage für eine nachhaltige Forstwirtschaft und eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass die Waldbesitzer in die Entwicklung ihrer Wälder langfristig investieren. 

Denn es dauert rund 100 Jahre, bis ein Baum groß genug ist, dass aus seinem Stamm Balken, Bretter, Möbel und andere Holzerzeugnisse hergestellt werden können. Investitionen in den Wald sind immer langfristig und zahlen sich oft erst für die übernächste Generation aus. 

In aller Regel werden über 90 Prozent des Umsatzes eines Forstbetriebes durch den Verkauf des erzeugten Holzes erwirtschaftet. Andere Walderzeugnisse wie Schmuckreisig, forstliches Saatgut, Wildfleisch, Waldpilze und Beeren spielen bei der Mehrzahl der Forstbetriebe dagegen wirtschaftlich betrachtet nur eine geringe Rolle. 

Mit dem Holzverkauf leistet die Forstwirtschaft darüber hinaus aber auch einen maßgeblichen Beitrag zur Erhaltung der ländlichen Räume: Denn sie schafft nicht nur Einkommen für Waldbesitzer, Waldarbeiter und Forstleute. Nachhaltig erzeugtes Holz ist die unverzichtbare Rohstoffgrundlage für unsere Holzwirtschaft, für Wertschöpfung und Beschäftigung in unseren ländlichen Räumen. Das Cluster Forst und Holz bietet in Deutschland für über 1,2 Millionen Menschen Arbeit und Einkommen. 

Damit nicht mehr Holz eingeschlagen wird als nachwächst, hat die Forstwirtschaft verschiedene Instrumente entwickelt. So stellt die Waldforschung Erkenntnisse über die Standortansprüche der Baumarten und ihr Wuchsverhalten zur Verfügung. Die forstliche Standortkartierung gibt Auskunft darüber, welche Standortbedingungen (zum Beispiel Klima, Wasser- und Nährstoffversorgung) an einem konkreten Waldort gegeben sind. Größere Forstbetriebe müssen eine langfristige forstliche Betriebsplanung erstellen, die von den Forstbehörden genehmigt werden muss ("Forsteinrichtungswerk"). Außerdem schreiben die Landeswaldgesetze vor, dass Forstbetriebe ab einer bestimmten Betriebsgröße qualifiziertes Personal einsetzen müssen. Die Bundeswaldinventur und andere bundesweite Untersuchungen des Waldes stellen sicher, dass Politik und Aufsichtsbehörden über die für eine nachhaltige Waldpolitik notwendigen Informationen verfügen.

Das Eichhörnchen

Die putzige Erscheinung der flinken Nager täuscht: Eichhörnchen sind ungesellig und ausgesprochene Einzelgänger, die ihre 20 bis 50 Hektar großen Reviere erbittert gegen Artgenossen verteidigen.

Nur während der Paarungszeit zwischen Januar und März und zum Schutz gegen die Winterkälte sucht es die Gemeinschaft mit seinesgleichen. An den Ohren tragen die kleinen Nager im Winter auffällige Haarbüschel, die so genannten Hörnchen; sie geben dem Eichhörnchen seinen Namen. 

Hoch in den Bäumen bauen Eichhörnchen ihre Kugelnester, die so genannten Kobel. Dabei wird zwischen Schatten- und Schlafnestern unterschieden. Die ungepolsterten Schattenkobel dienen zum Fressen und zum Schutz vor Feinden. Nur der Schlafkobel ist innen mit Moos, Blättern und Gras ausgepolstert. Die Kobel dienen der Aufzucht der Jungen und bieten Schutz vor Regen, Wind, Kälte sowie vor Feinden. Zum Schutz gegen Fressfeinde wie Marder und Greifvögel haben die Kobel mindestens zwei Schlupflöcher. Das Eichhörnchen legt in seinem Revier bis zu acht Kobel an. So ist bei den Streifzügen im Revier stets ein Kobel in der Nähe, in dem es rechtzeitig Schutz suchen kann. 

Bei der übrigen Kleintierwelt ist der geschickteste Kletterer unter den europäischen Säugetieren gefürchtet: Denn Eichhörnchen sind Allesfresser, auf ihrem Speiseplan steht auch tierisches Eiweiß wie beispielsweise Vogeleier  und Jungvögel. Eichhörnchen können in die äußersten Zweigspitzen klettern und bis zu fünf Meter weit springen. Damit erreichen sie jedes Vogelnest in der Baumkrone. Auch bei Pflanzennahrung ist es nicht wählerisch: Es frisst Blüten, Knospen und Triebe von Laub- und Nadelbäumen, aber auch Rinde, Flechten und Pilze. Am liebsten aber frisst es die Samen von Fichten, Tannen, Kiefern sowie Bucheckern und andere Nüsse. Dabei zeigt das Eichhörnchen großen Appetit: Täglich kann es den Inhalt von bis zu 100 Fichtenzapfen verputzen. 

Kurios ist, dass es trotz seines Namens Eicheln angeblich nicht so ganz gern frisst. Auch ist das Eichhörnchen kein typischer Bewohner nur von Eichenwäldern sondern von Laub- und Mischwäldern. Die überwiegende Mehrzahl seiner weltweiten Verwandtschaft von über 250 Arten der großen Hörnchenfamilie lebt sogar überwiegend in borealen Nadelwäldern. Als typischer so genannter Kulturfolger des Menschen sind Eichhörnchen oft auch in  Parks und Gärten zu finden. 

Im Winter hält das Eichhörnchen keinen Winterschlaf. Allerdings schränkt es seine Aktivität während dieser Zeit stark ein und bleibt die meiste Zeit im Kobel. Im Herbst legt es Vorräte für den Winter an. Diese werden aber nicht im Kobel gelagert sondern in Rindenspalten oder Astgabeln verstaut oder im Boden vergraben. Die Einlagerung im Boden erfolgt immer gleich: Loch scharren – Nahrung hineinlegen – zuscharren, die Erde festdrücken – mit der Schnauze nachstoßen. Im Winter dienen die Vorräte oft als einzige Nahrungsquelle. Reichen die Vorräte nicht für den ganzen Winter aus oder vergessen die Eichhörnchen ihre Verstecke, müssen sie hungern. Die Vergesslichkeit eines Eichhörnchens ist jedoch Glück für den nicht gefundenen Samen: Er kann im Frühjahr austreiben. So betätigt sich das Eichhörnchen zur Freude der Förster häufig als unfreiwilliger Baumpflanzer.

Der Fliegenpilz

Er dürfte zu den bekanntesten Pilzen überhaupt zählen, jeder hat ihn schon gesehen, auf Geburtstagskarten oder ganz real beim Waldspaziergang: der geheimnisumwitterte Fliegenpilz.

Tatsächlich ist der Fliegenpilz ein typischer Waldbewohner und auf der Nordhemisphäre weit verbreitet, von der borealen Nadelwaldzone über die gemäßigten Klimazone bis in die Gebirgshochlagen subtropischer Klimate. Der Fliegenpilz bevorzugt saure Böden und kann – wie viele andere Waldpilze auch – mit Waldbäumen eine Mykorrhiza-Symbiose eingehen. 

Seinen Namen hat der Fliegenpilz angeblich daher, dass man seine Giftwirkung früher nutzte, um sich lästiger Fliegen zu erwehren: Dazu wurde der Pilz in kleine Stücke geschnitten und in eine Schale mit gezuckerter Milch eingelegt. Die Pilzgifte lösten sich in der Milch, und Fliegen, die davon naschten, erlitten eine Pilzvergiftung. Inhaltlich ist das gut möglich, denn Hauptbestandteile des Fliegenpilzgiftes sind die Nervengifte Ibotensäure und Muscimol. Fliegen, die davon trinken, fallen wie tot um. Sie sind jedoch nur betäubt und können sich nach einiger Zeit erholen. Doch während dieser Zeit finden Vögel einen reich gedeckten Tisch vor und können die Zahl der Fliegen wirksam verringern. 

Bei Menschen verursachen die Fliegenpilzgifte in geringer Dosis Übelkeit und Müdigkeit sowie eine Reihe halluzinogener Wirkungen wie etwa Seh- und Gleichgewichtsstörungen, Euphorie, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und andere Sinnestäuschungen. Aus diesem Grund nutzten Schamanen und Kultpriester rund um den Globus den Fliegenpilz, um sich damit in Ekstase zu versetzen. Doch Vorsicht: Das Risiko einer Vergiftung ist sehr groß, neben schweren Gesundheitsstörungen drohen Herz- und Atemstillstand sowie Leberschäden.

Borkenkäfer (Buchdrucker)

Förster und Waldbesitzer fürchten ihn, denn dieser Käfer kann innerhalb kurzer Zeit ganze Wälder vernichten: Der Buchdrucker oder auch "Großer achtzähniger Fichtenborkenkäfer" (Ips typographus).

Doch der Name täuscht: Mit einer Körperlänge von nur vier bis sechs Millimetern ist der Buchdrucker weder besonders groß noch hat er tatsächlich acht Zähne im Mund. Groß ist das kleine Krabbeltier lediglich im Vergleich zu den über 150 anderen europäischen Borkenkäferarten. Der für Fichtenwälder ebenso gefährliche "Sechszähnige Fichtenborkenkäfer" oder Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) ist mit seinen zwei bis drei Millimetern Körperlänge sogar nur  halb so groß. Die Zahl der namensgebenden "Zähne" bezieht sich auf zahnartige Ausbuchtungen auf den Deckflügeln am hinteren Körperende. Sie wirken wie Rechenzinken: So können die Käfer im Rückwärtsgang das von ihnen erzeugte Bohrmehl leicht aus dem Fraßgang herausschieben. Im Mund haben die Borkenkäfer keine Zähne, dafür sitzen am Mund die Mandibeln, zangenartige Mundwerkzeuge aus Chitin. Chitin ist das Material, aus dem auch der gesamte Außenpanzer der Insekten besteht. Für den Baum macht das keinen Unterschied, ob Zähne oder Mandibeln an ihm knabbern: Er mag beides nicht. 

Den Winter verbringen die Borkenkäfer im Waldboden und in der Rinde bereits befallener Bäume. Im Frühjahr, wenn die Luft im Wald Temperaturen über 16,5 Grad Celsius erreicht, kommen die erwachsenen Käfer beider Fichtenborkenkäferarten aus ihren Winterquartieren heraus und beginnen ihren Schwärmflug. Dabei können die Käfer je nach Witterung bis zu drei Kilometer weit aktiv fliegen, mit Windunterstützung sogar noch wesentlich weiter. Auf dem Schwärmflug suchen sie nach Bäumen, die sie besiedeln können. Diese erkennen sie schon von weitem an ihrem typischen Geruch, denn jeder Baum hat ein ganz spezifisches "Duftprofil". Daran können die Käfer nicht nur die Baumart erkennen, sondern auch, ob dieser Baum gesund oder krank ist, oder unter Stress steht. Das ist für sie wichtig, denn ein gesunder Nadelbaum kann sich mit seinem Harz wirksam gegen einzelne Borkenkäfer wehren. Ist der Baum schon geschwächt und greifen die Borkenkäfer in großer Zahl gemeinsam an, dann ist der Baum verloren. Schon wenige hundert Käfer können dann einen Baum überwältigen. 

Ihr Erfolgsgeheimnis ist der massive, gemeinsame Angriff. Dabei passiert Folgendes: Wenn sich die ersten Käfer  in die Rinde der ausgewählten Fichte einbohren, wirkt das wie das Öffnen einer vorher noch weitgehend geruchsdicht verschlossenen Verpackung. Die Käfer durchlöchern die Rinde, der für sie herrliche Baumduft wird verstärkt freigesetzt. Dazu trägt auch das von ihnen ausgeworfene Bohrmehl bei. Der angegriffene Baum steht jetzt schlagartig in einer starken, für Borkenkäfer weithin wahrnehmbaren Duftwolke. 

Zugleich schüttet der Baum Harz aus, um die Löcher zu schließen und die Eindringlinge zu ersticken. Das Duftsignal wird damit noch verstärkt. Schließlich geben die Käfer noch ein eigenes Duftsignal hinzu: Beim Fressen  und über die Atmung aufgenommene Fichtenduftstoffe wandeln sie automatisch in andere Duftstoffe, so genannte Pheromone, um. So entsteht rund um den Baum eine intensive und für andere Artgenossen unwiderstehliche Duftwolke aus Harzgeruch und Borkenkäferpheromonen, die Borkenkäfer im weiten Umkreis anlockt. Je mehr Borkenkäfer eintreffen und bohren, desto stärker wird das Duftsignal, immer mehr Käfer werden angelockt. Denn am Geruch erkennen sie: Hier ist „Action“, hier ist ein Großangriff im Gange, hier kann ich einen Partner finden. 

Die Borkenkäfer bohren sich in die Rinde ein und legen dort eine kleine Höhle an, die so genannte "Rammelkammer". Von dort aus graben sie seitlich abgehende Gänge in die Wachstumsschicht des Baumes, das so genannte Bastgewebe oder Kambium Es ist die etwa zwei Millimeter dünne Lebensschicht zwischen Rinde und Holzkörper: Hier liegen die lebenswichtigen Leitungsbahnen des Baumes, die die Wurzel mit der Baumkrone verbinden. Wasser und Nährstoffe werden hier transportiert, hier erfolgt auch das Dickenwachstum der Bäume. In diese Schicht legt das Buchdruckerweibchen rund 40 Eier. Daraus entwickeln sich Larven, die vom Bast fressen. Der Buchdrucker wird daher auch "Rindenbrüter" genannt. 

Verhängnisvoll für den Baum ist, dass die Fraßgänge von Käfern und Larven den Saftstrom im Bast unterbrechen. Wenn die Fraßgänge den gesamten Stamm umfassen, sterben befallene Bäume wegen des unterbrochenen Wasser- und Nährstofftransportes unweigerlich ab. Die Fraßgänge bilden in der Rinde ein artspezifisches, typisches Muster, das so genannte Fraßbild. Daher haben Buchdrucker und Kupferstecher ihre Namen. Äußerliche  Anzeichen für einen Borkenkäferbefall ist der rotbraune Bohrmehlauswurf auf der Rinde oder am Stammfuß. Schon von weitem kann man auch die braun oder rot gefärbten, abgestorbenen Baumkronen sehen.

Die Elternkäfer verlassen nach erfolgter Eiablage die Gänge, in denen sich nun ihre Brut entwickelt und fliegen weiter. So können sie im Lauf eines Sommers, je nach Witterung, bis zu drei weitere Bruten anlegen. Gleichzeitig ist die erste Brut geschlüpft und beginnt nun selbst mit der Vermehrung. Ein einziges Buchdruckerweibchen kann so innerhalb nur einer Vegetationsperiode mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen. So können die gefürchteten explosionsartigen Massenvermehrungen entstehen, die ganze Fichtenwälder vernichten können. Um das zu verhindern, müssen Waldbesitzer und Forstleute ihren Wald ständig im Blick haben und vorausschauend handeln: Brutfähige Materialien (wie kranke Fichten und frisch eingeschlagene Baumstämme) müssen rechtzeitig vor Beginn des Schwärmfluges aus dem Wald geschafft werden. Befallene Bäume müssen schnellstmöglich eingeschlagen und brutuntauglich gemacht werden (etwa durch Entrinden), um eine Massenvermehrung zu verhindern. Durch die Mischung mit anderen Baumarten im Waldbestand kann das Borkenkäferrisiko zusätzlich verringert werden.