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Hightech-Rohstoff mit Zukunft

Auch in unserer modernen Welt ist Holz ein unverzichtbarer Werk- und Baustoff. Über Jahrhunderte wurde Holz in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Basierend auf handwerklichen Kenntnissen und Traditionen wurden bewährte Verarbeitungstechnologien entwickelt, überliefert und weiter optimiert.

Foto: R. Storch

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird das Wissen um die materialgerechte Verarbeitung und Nutzung ingenieurmäßig ausgebaut. Im Ergebnis konnten neue Werkstoffe aus Holz entwickelt und weitere Anwendungsbereiche erschlossen werden. Holz ist damit nach wie vor ein aktueller und zukunftsfähiger Werkstoff.

Holz wird zu einer Vielzahl von Produkten verarbeitet. Dabei wird zwischen Vollholzprodukten und Holzwerkstoffen unterschieden. Der Begriff „Vollholz“ steht für das allseits bekannte Massiv- oder Schnittholz. Schnittholz wird in Sägewerken erzeugt, indem dort die runden Stammabschnitte zu Balken, Bohlen, Brettern, Kanthölzern etc. zurechtgesägt werden. Wuchstypische Holzeigenschaften wie Jahrringstruktur und Astansätze bleiben unverändert erhalten und prägen das typische Aussehen sowie die physikalischen Eigenschaften des Schnittholzes.

Holzwerkstoffe sind dagegen Werkstoffe, bei denen Holz zunächst zerkleinert und dann wieder zu neuen Werkstoffen zusammengesetzt wird. Dabei können die Holzeigenschaften mit Blick auf bestimmte Anwendungsbereiche gezielt verändert und optimiert werden. Die wichtigsten Holzwerkstoffe sind die Spanplatte, die Faserplatte (z. B. Laminat), die Grobspanplatte (OSB, Oriented Strand Boards) sowie das Sperrholz. Je nach verwendeten Bindemitteln und evtl. Zusatzstoffen (z. B. Gips oder Zement) lassen sich homogene Werkstoffe mit spezifischen Eigenschaften in nahezu jeder beliebigen Größe herstellen.

Brettsperrholz und Brettschichtholz sind Bindeglieder zwischen dem Vollholz und den Holzwerkstoffen. Hier wird das Holz zunächst in kleine Bretter oder Stäbe zersägt, die dann wieder miteinander verleimt werden. Beim Brettschichtholz erfolgt dies längs zur Faser, beim Brettsperrholz quer zur Faser ("über Kreuz"). So lassen sich hochfeste, statisch vorberechnete Bauelemente ("Leimbinder") herstellen und kühne, mit früheren Baustoffen nicht realisierbare Konstruktionen verwirklichen.

Eine neue Werkstoffgruppe sind die sogenannten Wood-Plastic-Composites (WPC). Dabei handelt es sich um thermoplastisch verarbeitbare Verbundwerkstoffe aus Holz, Kunststoff und synthetischen Additiven. Ein typisches Beispiel für diese Produktgruppe ist eine wetterfeste Terrassendiele hergestellt aus 70 % Holzmehl, 25 % Polyethylen oder Polypropylen und 5 % Additiven (z. B. UV-Schutzzusätzen und Farbpigmente). Die WPC’s sind eine neue Werkstoffgruppe mit großem technologischem Potenzial.